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Die Motivationslüge – Wie du wirklich langfristig motiviert bleibst

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Du und ich, wir sind uns vermutlich einig, dass Motivation der Schlüssel zum Erfolg ist. Sind wir nicht motiviert, tun wir einfach nichts. Wir gehen nicht raus, wir kümmern uns nicht um unser Studium, wir hängen auf der Couch rum. Im schlimmsten Fall stehen wir noch nicht mal auf. Wir lassen das Leben einfach so vorbei fließen.

 

Und klar kennst du diese Tage, an denen du einfach keine Lust hast. Ein Youtube-Video nach dem anderen gucken, anstatt – wie du das eigentlich solltest – an deiner Hausarbeit weiter schreiben: das ist nunmal so viel einfacher. Besonders, wenn es dazu noch leckere Schoki gibt.

 

Und am nächsten Tag packt dich dann doch wieder das schlechte Gewissen – und im Zweifel die Panik, weil du nicht mehr weißt, wie du jetzt noch in deinem Zeitplan bleiben sollst. Doch es hilft alles nichts, die Hausarbeit muss abgegeben werden. Was also tun?

 

 

Motivationstipps

Logisch, wenn unsere Generation nicht weiß, was sie tun soll, dann macht sie eins als allererstes: Sie googelt. Also los, erstmal nach Motivationstipps suchen. Wie praktisch, man findet auch gleich richtig viele Möglichkeiten, wie man seine Motivation steigern kann

 

Motivationstipp Ablenkung ausschalten

Ziemlich klassisch, ziemlich leicht. Einfach das Handy weglegen und Youtube blockieren. Und Facebook. Und Twitch. Ok, jetzt ist jede Ablenkung weg. Oh, Moment, Netflix. So, jetzt aber wirklich. Word aufmachen und auf an die Hausarbeit. Natürlich könnte man auch noch die Wohnung putzen...

 

Ok, das scheint nur bedingt zu funktionieren, welche anderen Tipps findet man noch? 

 

 

Motivationstipp Künstlicher Zeitdruck

Man soll sich künstlichen Zeitdruck setzen. Gut, Zeitdruck habe ich sowieso schon, denkst du dir, in zwei Wochen muss die Arbeit schließlich fertig sein. Aber ganz konkret heute? Ok, ich setze mir das Ziel, heute innerhalb der nächsten acht Stunden zehn Seiten zu schreiben. Ist das realistisch? Was mache ich, wenn ich es nicht schaffe? Und was, wenn ich schon nach fünf Stunden fertig bin? Hör ich dann auf? Nein, ich hab doch kaum noch Zeit, ich muss so viel machen, wie ich an einem Tag schaffe. Der Tipp hilft mir nicht, ich hab doch überhaupt keine Erfahrungswerte.

 

Motivationstipp Geld abgeben

Schon wieder so ein toller Tipp: Ich soll mir eine Organisation raussuchen, deren Ziele ich überhaupt nicht unterstütze. Und wenn ich mich dann nicht an ein mit mir selbst vereinbartes Ziel halte, soll ich einen Betrag an sie spenden. Naja, zugegeben, die Aussicht, der NRA Geld zukommen zu lassen, ist nicht grade prickelnd. Aber wer kontrolliert, dass ich das dann auch wirklich mache? 

 

Ich könnte stattdessen auch mir selbst etwas zurücklegen für jede Stunde, in der ich gearbeitet habe. Und mir dann, wenn ich fertig bin, das tolle Konzert gönnen, mit dem ich schon lange liebäugel. Das mit der Belohnung gefällt mir auf jeden Fall schon viel besser.

 

Motivationstipp Belohnung

Noch ein Belohnungstipp: Wenn ich mein Ziel erreicht habe, soll ich mich direkt belohnen. Zum Beispiel mit dem Rest Schoki, der noch von gestern übrig ist. Das find ich super! Aber belohnen für was? Immer am Ende des Tages? Oder, wenn die Hausarbeit fertig ist? Ja, das ist eine gute Idee. Ich belohn mich mit einem schönen Shoppingrundgang, sobald ich die Hausarbeit fertig habe. Und jeden Abend, wenn ich gut geschrieben habe, gibt es Schoki. Find ich vielleicht noch was Cooles?

 

Motivationstipp Accountability Buddy

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Was bitte ist ein Accountability Buddy? Aha, jemand, dem ich verantwortlich bin. Ich soll mir also jemanden suchen, dem ich regelmäßig Rechenschaft ablege über das, was ich getan habe? Super, ich kann gleich Christian anrufen, der muss doch dieselbe Hausarbeit schreiben. Wir können uns einfach jeden Morgen in der Uni treffen. 

 

Zwei Wochen Fast Forward

Mega! Ich hab's geschafft und meine Hausarbeit doch noch gut hinbekommen. Klar, die zwei Wochen waren wirklich anstrengend, aber jetzt ist das abgeschlossen. Endlich kann ich wieder chillen! Wobei, Moment... Vielleicht sollte ich mir diesmal überlegen, was ich das nächste Mal anders mache. Weil zwei Wochen lang 12 Stunden am Tag durchballern will ich eigentlich nicht nochmal. Und die nächste Hausarbeit kommt bestimmt.

 

Das Problem: Es funktioniert.

Hast du dich in diesem kleinen Gedankenspiel wieder gefunden? Die meisten Menschen haben regelmäßig im Leben Probleme mit der Motivation. Ob es um eine Hausarbeit, Finanzen oder das Abnehmen geht: Regelmäßig nimmt man sich etwas vor, was man letztlich nicht einhält. Dann versucht man, die Angelegenheit kurzfristig zu lösen. Das Problem dabei: Es funktioniert. Nicht umsonst gibt es den Spruch "Ich habe so lange ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe." 

 

Jetzt fragst du dich vielleicht, wieso es ein Problem sein sollte, wenn man mit diesen Tricks so leicht Motivation herbeiführen kann. Ganz einfach: Es wirkt nur kurzfristig. Diese Motivationstipps funktionieren mit extrinsischer – also durch äußere Reize geschaffene – Motivation. Diese ist zwar relativ bequem und schnell umsetzbar. Allerdings eben nicht von Dauer. Es ist das altbekannte "Werde sofort reich und glücklich"-Konzept. Dadurch, dass es aber in vielen Fällen funktioniert, wenden wir diese Tipps immer wieder an. Und das selbst, wenn es für uns zwei Wochen durcharbeiten bedeutet. 

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Dazu kommt, dass die meisten dieser Tipps auch noch durch Bestrafung und nicht durch Belohnung funktionieren. Das reicht von finanziellen Verpflichtungen oder Verzicht auf etwas Angenehmes bis hin zu Motivationstipps wie "Mach dir Angst vor dem, was kommt, wenn du es nicht machst.". Wenn du dich allerdings für nicht Erreichtes bestrafst, verspürst du auf Dauer eine immer größer werdende Abneigung gegen deine Aufgabe. Langfristig gesehen erreichst du also das Gegenteil von dem, was du eigentlich willst.

 

Belohnungen funktionieren hingegen etwas besser. Ideen gehen von klassischen Belohnungssystemen wie oben genannt bis hin zu Gamification a la Habitica und Co. Doch auch hier hast du das Problem, dass du nur aufgrund eines externen Anreizes handelst. Kurzfristig funktioniert das gut. Langfristig wirst du allerdings noch weniger Motivation verspüren und gar nicht mehr handeln wollen, wenn keine Belohnung in Aussicht ist. Deine Gedanken werden sich immer um diese eine Frage drehen: Was habe ich davon?

 

 

Wahre Motivation

Du siehst, diese kurzfristigen Motivationstipps funktionieren leider nur bedingt. Stattdessen sollte dein Ziel sein, dass du dich idealerweise überhaupt nicht mehr motivieren musst. Nur wie schaffst du das? Nach meiner Erfahrung gibt es drei Möglichkeiten, langfristig motiviert durchs Leben zu gehen.

 

 

Motivationstipp 1: Gewohnheiten

Die einfachste Möglichkeit, proaktiv dein Leben zu gestalten ist, gute Gewohnheiten zu etablieren. Das liegt daran, dass wir uns für etwas überhaupt nicht mehr motivieren müssen, sobald es zur Gewohnheit geworden ist. Du überlegst erst gar nicht mehr, ob du etwas machst oder nicht. Du handelst direkt, ohne darüber nachzudenken. 

 

Das ist also der Idealfall. Allerdings nur bei guten Gewohnheiten. Jeder Mensch hat aber auch schlechte Gewohnheiten, die einem das Leben langfristig erschweren. Das kann die kleine Praline nach jedem Mittagessen sein, ständig die Snoozetaste zu drücken oder, sich mittels Social Media von der Hausarbeit ablenken zu lassen.

 

Betrachte also am besten einmal deinen Tagesablauf und überlege, welche Gewohnheiten dir langfristig schaden. Welche möchtest du ablegen? Weiterhin kannst du dir überlegen, welche Gewohnheiten du in dein Leben integrieren möchtest. Das solltest du allerdings nicht alles am Stück umsetzen, sondern Stück für Stück. Wiederum ist das Ziel, eine langfristige Veränderung zu erzielen. Tipps, wie du eine solche langfristige Veränderung umsetzt, gibt es übrigens hier.

 

Motivationstipp 2: Ziele

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Stufe 2 und schon etwas schwieriger ist, sich klare Ziele im Leben zu setzen. Wo willst du hin? Was willst du mal erleben? Was willst du in deinem Leben erreichen? Sich Ziele setzen ist eine ultimative langfristige Motivation. Wenn du dir zum Beispiel vorgenommen hast, mal Arzt zu werden, ist das ein klares Ziel. Wenn du dich daran erinnerst, motiviert dich das automatisch, deine Hausarbeit zu schreiben.

 

Jedes Mal, wenn du nun ein Motivationstief hast, denkst du also einfach an dein Ziel. Du visualisierst die Situation, in der du dich befinden wirst. Wie wirst du dich fühlen? Was wirst du tun? Wie wird dein Tag aussehen? Manchen hilft es auch, ein Vision Board zu erstellen oder, sich diese Situation aufzuschreiben.

 

Wenn du Gewohnheiten schon ganz gut in deinem Leben integriert hast, kannst du dir also Gedanken darüber machen, wie deine Ziele im Leben aussehen. Wenn du keine Ahnung hast, ist das gar kein Problem. Ich habe für dich einen vierwöchigen E-Mail-Kurs erstellt, der bis September noch kostenlos erhältlich ist. In dem Kurs nehme ich dich Schritt für Schritt an die Hand, während du deinen eigenen Fünfjahresplan erstellst.

 

Motivationstipp 3: Sinn

Die ultimative Möglichkeit, wie es dir nie an Motivation fehlt, ist zu wissen, dass du etwas mit Sinn machst. Denn wenn du dein Warum kennst, wirst du nahezu unschlagbar. An unseren Zielen bleiben wir nämlich ganz automatisch dran, wenn wir durch sie uns unser alltägliches Handeln unseren Sinn ausleben können. 

 

Deinen Sinn zu kennen, ist also essentiell. Natürlich fällt es den meisten Menschen sehr schwer, ihren eigenen Sinn zu finden und manche erreichen dieses Ziel auch nie. Wenn du dich trotzdem mit deinem Warum und deinem Sinn beschäftigen willst (was ich dir nicht genug ans Herz legen kann), findest du im Download-Bereich einige Übungen zu diesem Thema. Außerdem kann ich dir diesbezüglich auch sehr das Buch "Find your Why" von Simon Sinek empfehlen.

 

FYI

Gewohnheiten etablieren ist leichter, als sich Ziele setzen. Sich Ziele setzen ist leichter, als seinen Sinn des Lebens finden. Aber du kannst diesen Weg auch andersrum gehen: Ohne unseren Sinn zu kennen, besteht die Möglichkeit, dass wir uns die falschen Ziele setzen. Und ohne Ziele klar vor Augen zu haben, etablieren wir vielleicht die falschen Gewohnheiten

 

Du kannst diese drei Punkte also aus allen drei Richtungen betrachten. Entweder du beginnst, deinen Alltag geordneter zu leben und hast dadurch Zeit und Kapazität, dich mit deinen Zielen und schließlich deinem Sinn zu beschäftigen. Oder du überlegst dir, welche Ziele du im Leben erreichen willst, richtest daran deine Gewohnheiten aus und lässt den Sinn kommen. Zuletzt besteht die Möglichkeit, dass du als erstes beim Sinn ansetzt und  daran deine Ziele und Gewohnheiten orientierst. Erfahrungsgemäß ist es am besten, mit den Zielen zu beginnen, da du sehr wahrscheinlich in die ungefähr richtige Richtung läufst (im Gegensatz zum Beginn bei Gewohnheiten), Ziele sich aber wesentlich einfacher definieren lassen als dein Sinn.

 

 


Wie ist deine Erfahrung mit Motivationsproblemen? Hast du bestimmte Tipps und Tricks, die dir über ein Motivationsloch hinüber helfen? Welche Gewohnheiten hast du schon etabliert, um das Motivationsproblem zu umgehen und mit welchem Ziel? Ich bin gespannt auf deine Ideen.