· 

Zu deiner positiven Affirmation in 4 einfachen Schritten

Positive Affirmationen Printable Freebie Leben verändern Mindset

Schon der Beginn eines bekannten chinesischen Sprichworts besagt: "Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen." Und trotzdem klingen positive Affirmationen für uns irgendwie nach Hokuspokus. Sich so lange etwas einreden, bis es wirklich eintritt? Was für ein Quatsch! Auch ich habe lange Zeit nicht daran geglaubt, bis mich eine prägende Erfahrung vom Gegenteil überzeugt hat. 

 

Rückblickend betrachtet macht meine Skepsis wenig Sinn. So ist doch allgemein bekannt, dass unsere Gefühle, Gedanken und unser Verhalten in Wechselwirkung zueinander stehen. Wenn wir glücklich sind, lächeln wir und wenn wir lächeln, fühlen wir uns automatisch etwas besser. Wenn wir gerade einen Selbstbewusstseinsboost haben, stehen wir aufrecht und wenn wir aufrecht stehen, fühlen wir uns selbstbewusster.

 

Und trotzdem glauben wir immer wieder, dass unsere Gedanken und Gefühle so unwichtig für unser Verhalten sind: Das ist ja "nur im Inneren". Was soll das schon bewirken können? Dabei beruht letztlich unser ganzes Leben ursprünglich auf unseren Gefühlen und Gedanken. 

 

Es gibt wunderbare Beispiele für positive Affirmationen und ich habe dir die wichtigsten im Download-Bereich zur Verfügung gestellt. Am sinnvollsten ist es allerdings, eine positive Affirmation zu erstellen, die ganz speziell auf deine persönlichen Bedürfnisse und deine jetzige Situation angepasst ist. Denn dadurch bleibst du nicht nur passiv, sondern übernimmst mehr Selbstverantwortung für dein Leben. Und eine solche zu schaffen ist mit diesen 4 Schritten ganz einfach:

 

1. Bestandsaufnahme

Du beginnst mit einer kleinen Bestandsaufnahme deiner jetzigen Situation. Als allererstes überlegst du dir also, was dir gerade nicht gefällt in deinem Leben. Beschweren können wir uns ja meistens ganz gut, aber hier ist es wichtig, darauf zu achten, dass du deine Aussagen auf dich beziehst.

 

Frage dich also: Was magst du an dir nicht? Was oder wie glaubst du, zu sein? Welche Eigenschaften glaubst du zu haben, die du gerne ändern würdest? Nimm dir Stift und Zettel zur Hand und schreib dir alle negativen Charaktereigenschaften, die dir einfallen, untereinander auf.

 

Sehr häufige Beispiele sind folgende: Schüchtern, neidisch, hässlich, wertlos, geizig, kann nicht mit Geld umgehen, schlechter Mensch, bin das nicht wert, schwach,…). Schon das darüber Nachdenken fühlt sich sicher nicht angenehm für dich an, geschweige denn das Aufschreiben. Aber glaub mir, es ist unbedingt nötig, um Schritt 2 ordentlich ausführen zu können. Im Gegensatz zu den folgenden Punkten genügt es allerdings, lediglich das entsprechende Adjektiv aufzuschreiben.

 

2. Umdrehen

positive Affirmation Gegenteil Stifte blau.jpg

Der nächste Schritt ist schon viel erfreulicher. Hier suchst du nämlich zu jeden Adjektiv die passende Kehrseite. Du drehst also einfach die gefundenen Worte ins Gegenteil um. Am besten schreibst du das passende Antonym direkt neben das entsprechende Gegensatzwort.

 

Dabei musst du allerdings unbedingt Folgendes beachten: Unser Gehirn denkt visuell und kann das Wort "nicht" nicht verbildlichen. Demnach musst du bei diesem Schritt unbedingt auf dieses Wort verzichten. Suche also tatsächlich die passenden positive Schlagwort und setz nicht einfach vor die negative Eigenschaft ein "nicht".  

 

Falsch wäre also, wenn du "nicht wertlos", "nicht schwach" oder "kein schlechter Mensch" aufschreibst. Stattdessen musst du "wertvoll", "stark" und "guter Mensch" festhalten. Tipp: Wenn dir zu einer Eigenschaft die ideale Kehrseite nicht einfällt, dann such einfach bei Google nach "Antonym" oder "Gegenteil" und such dir das passende aus.

 

Auch dieser Teil der Übung mag dir im ersten Moment komisch vorkommen. Das liegt allerdings nicht an dir sondern daran, dass wir in unserer Sprache gerade starke positive Worte viel seltener verwenden als negative. Du bist also einfach nicht an den Gebrauch gewöhnt. Aber keine Angst: Das wird sich im Laufe dieser Übung ändern.

 

3. Die richtige Formulierung

Jetzt geht es an die richtige Formulierung deiner ganz persönlichen positiven Affirmation. Da wir allerdings nicht alles auf einmal machen können, wenn wir langfristig etwas erreichen wollen, kannst du nicht jeden Punkt auf deiner Liste gleichzeitig angehen.  Du musst vielmehr Schritt für Schritt – beziehungsweise in deinem Fall Eigenschaft für Eigenschaft – vorgehen.

 

Bevor es also an deine Formulierung geht, überlegst du, wo der Schuh bei dir momentan am meisten drückt. Welches ist dein momentan dringendstes Problem? Hast du vielleicht bald eine wichtige Prüfung oder steht ein wichtiges Gespräch mit deinen Eltern an? Möchtest du alleine reisen gehen, fühlst dich aber einfach nicht mutig genug? Identifiziere die Eigenschaft die dich momentan am meisten zurückhält. Mit dieser wirst du als erstes arbeiten.

 

Und nun zur Formulierung: Dieser Schritt selbst ist sehr simpel. Denn das einzige, was du nun machst ist, aufzuschreiben, was du gerne wärst. Allerdings nicht im Konjunktiv. Stattdessen beginnst du mit "Ich bin", gefolgt von dem gerade ausgesuchten Schlagwort

 

Vielen fällt schon allein das Aufschreiben dieses positiven Satzes zu sich selbst schwer. Sei also versichert: Wenn du dich dabei komisch und unwohl fühlst, bist du nicht allein. Auch mir ging es am Anfang nicht anders. Aber genau davon willst du ja mit dieser Übung weg. Und das schaffst du am besten, indem du in das unwohlige Gefühl hinein gehst.

 

4. Die Ausübung

positive Affirmation Ausführung Selbstbewusstsein Sonnenuntergang

Nun kommst du zum letzten und vermutlich schwersten Schritt. Denn jetzt geht es darum, diesen Satz zu verinnerlichen. Du beginnst damit, dass du dir den Zettel vor dir einmal durchliest und in dich hinein fühlst. Wie fühlt sich das an? Vermutlich sehr komisch und unverdient.

 

Als nächstes stellst du dich in eine aufrechte Position, am besten vor einen Spiegel. Du atmest tief ein und vor allem wieder aus. Und dann sagst du dir den Satz selbst. Ausgesprochen. Laut ausgesprochen. Gerade dieser Teil fällt sehr vielen Menschen sehr schwer. Denn wenn du einen Glaubenssatz schon Ewigkeiten mit dir herum schleppst, wird dir das anfangs sehr seltsam vorkommen. Haben wir doch unser Leben lang an genau das Gegenteil geglaubt. Ich habe jedenfalls einige Anläufe gebraucht, bis ich mir meinen Satz ganz heimlich zuflüstern konnte.

 

Mit jeder Wiederholung deiner Affirmation wird es dir jedoch leichter fallen, dir den Satz zu sagen. Einfach nicht aufgeben, sondern immer weiter machen. Und das machst du so lange, bis du dir vollkommen überzeugt so etwas wie "Ich bin wertvoll" oder "Ich bin stark" ins Gesicht sagen kannst. 

 

Sobald du damit begonnen hast, solltest du dir täglich ungefähr fünf Minuten Zeit für deinen Satz geben und das als Gewohnheit etablieren. (Warum du mit kleinen Gewohnheiten dein ganzes Leben verändern kannst, erfährst du hier.) In diesen fünf Minuten gehst du immer wieder wie in Schritt 4 vor. Du liest dir also zunächst den Satz durch, fühlst in dich hinein und sagst ihn schließlich laut zu dir selbst.

 

Wie lange es braucht, damit der Satz wirklich in deinem Unterbewusstsein angekommen ist, ist unterschiedlich. Das hängt davon ab, wie tief der negative Glaubenssatz in dir verankert ist. Du solltest dir die Zeit jedoch mindestens zwei Wochen lang jeden Tag nehmen, besser sind drei. Es kann jedoch auch sein, dass du wesentlich länger brauchst, damit dein Inneres die Affirmation annimmt. Jedenfalls ist es es ein erster Schritt in dein neues Leben.

 

 


Jetzt weißt du, wie du deine ganz persönliche positive Affirmation – perfekt zugeschnitten auf deine jetzige Situation – entwickelst. Doch viele Menschen plagen die gleichen Selbstzweifel und es genügen schon ganz klassische Sätze. Wenn du erstmal mit denen anfangen willst, dann schau einfach mal im Download-Bereich vorbei. Dort habe ich dir 30 verschiedene Affirmationen zu den Bereichen Äußeres, Selbstbild, Selbstwert und Eigenverantwortung zum Ausprobieren zusammengetragen.

 


Hast du schon Erfahrungen mit positiven Affirmationen? Was sind deine Erkenntnisse? Erstellst du dir lieber deine eigene Affirmation oder genügen dir die klassischen Vorgaben?